1 Polysius AG und enviplan Ingenieurgesellschaft mbH: Odyssee im betrieblichen Wissensall
Literatur:
Reindl, Josef/Feller, Carola/Morschhäuser, Martina/Huber, Achim:
Für immer jung? Wie Unternehmen des Maschinenbaus dem demo-
graphischen Wandel begegnen. Frankfurt am Main 2004, S. 107-111.
Die Polysius weist die für die Unternehmen der Großindustrie typische gestauchte Alterspyramide auf. Beschäftigte über 55 sind besonders stark vertreten, d.h. jeder vierte gehört zu der Gruppe aeltere Arbeitnehmerälterer Arbeitnehmer. Enviplan, ein Familienunternehmen, beschäftigt ebenso überwiegend ältere Mitarbeiter, die eine lange Betriebszugehörigkeit aufweisen. Problematisch bei beiden Unternehmen gestaltet sich die Wissenssicherung bei ausscheidenden Mitarbeitern. Polysius begegnet dem mit dem „Renterband Ehemaliger“, da manche Kunden sich nur bei den Senior-Ingenieuren gut aufgehoben fühlen.
Es findet einen Differenzierung zwischen explizitem und implizitem Wissen, also personengebundenem Wissen und Erfahrungen, statt. Während enviplan möglichst viele standardisierte Wissensbausteine (digitales und materielles Aktenarchiv) schafft, nutzt Polysius die Vorteile von Intranet-Plattformen.
Jedoch hat sich die Wertschätzung von technischem Wissen hinzu einem sozialen Wissensmanagement verschoben. So stellte Polysius 34 neue Mitarbeiter, darunter die Hälfte über 40 Jahre, ein. Knackpunkt war daher die Einarbeitung, weniger die Wissenssicherung.
Bei beiden Firmen wird gegen das Bunkern von Wissen gekämpft, da Wissen nur durch den Austausch und das wechselseitige Nutzen wertvoller wird.
2 Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG Armaturenfabrik: Ein Rollenwandel im Alter
Literatur:
Reindl, Josef/Feller, Carola/Morschhäuser, Martina/Huber, Achim:
Für immer jung? Wie Unternehmen des Maschinenbaus dem demo-
graphischen Wandel begegnen. Frankfurt am Main 2004, S. 112-116.
Das Durchschnittalter des Unternehmens liegt bei 39 Jahren, das bedeutet, knapp jeder fünfte ist über 50 Jahre und 45 Prozent sind mittleren Alters, während der Anteil der Jüngeren bis 35 Jahre bei 37 Prozent liegt. Das Unternehmen kümmert sich in-tensiv um Nachwuchskräfte (Ausbildungsquote liegt bei 4,6 Prozent). Darüber hinaus verliert die Firma kaum Mitarbeiter durch Fluktuation. Angestoßen durch die Demografie-Initiative wurde das Unternehmen in Demografie-Fragen sensibilisiert.
Das Firmenprojekt umfasst nun die Herstellung von Transparenz über die Mitarbeiterstruktur, Wissenstransfer von älteren Mitarbeitern auf jüngere, Wissenssicherung über Intranet, sowie die Nachwuchsarbeit zur Steigerung der Ausbildungsquote. So ergeben sich andere Aufgaben für Mitarbeiter mit hohem Wissensschatz, nämlich die Wissenssicherung. Als Vorkehrung von betrieblicher Seite wurde die Bestandssicherung, die Sicherung oder Aufwertung des betrieblichen Status, die genaue Aufgabenanweisung sowie intensives Eingehen auf Personen betrieben.
3 Leitz GmbH Co. KG: Vom „naturwüchsigen“ zum organisierten Wissenstransfer
Literatur:
Reindl, Josef/Feller, Carola/Morschhäuser, Martina/Huber, Achim:
Für immer jung? Wie Unternehmen des Maschinenbaus dem demo-
graphischen Wandel begegnen. Frankfurt am Main 2004, S. 116-121.
Die Leitz GmbH Co. KG weist eine ausgewogene Alterstruktur auf, 44 Prozent der Mitarbeiter sind älter als 40 Jahre, welche sich u.a. durch die Ausbildungsanstrengungen des Unternehmens (60 Auszubildende bei 570 Mitarbeitern) ergibt. Jedoch ist die Firmenloyalität der Jüngeren nicht mehr so stark ausgeprägt, wie das früher der Fall war, was auch bedeutet, dass der innerbetriebliche Generationenvertrag nicht mehr so gut funktioniert. Damit sinkt die Bereitschaft der Älteren Wissen und Erfahrung weiterzugeben.
Das Unternehmen verfolgt daher ein Wissenstransferkonzept: Organisation der Wissensweitergaben, Patensystem, Systematisierung, Strukturierung, Standardisierung der Wissensinhalte, Institutionalisierung des Wissenstransfers sowie gemischte Teams. Es wird eine Verknüpfung von Erfahrung und Innovation forciert, zum Beispiel Reflexion über Inhalte des zu transferierenden Wissens, Auswahl der Trainer sowie altersgemischte Teams.
